Borreliose – die unterschätzte Krankheit

Die Borreliose - Epidemie

  • Müdigkeit bzw. Depressivität
  • Erschöpfung
  • teilweise Fieber
  • Muskelschmerzen
  • Gelenkentzündungen
  • Schwindel
  • Magen-Darm-Beschwerden

Nicht selten werden die Symptome mit den verschiedensten Ursachen in Verbindung gebracht - leider oftmals ohne Erfolg - und der Leidensweg zieht und zieht sich.

Verdacht Borreliose

Kommen diese Symptome vor dann erhebt sich schnell der Verdacht auf einen zurückliegenden Zeckenbiss. Ist dies der Fall so stellt sich ebenso rasch die Frage nach der im Anschluss an einen solchen Biss auftretende Wanderröte (Erythema migrans). Trifft beides zu darf man die Verdachtsdiagnose aufstellen:

Lyme Borreliose

Es trifft nicht alle

Die Borreliose zählt zu den am häufigsten durch Zecken übertragenen Infektionskrankheiten der nördlichen Hemisphäre. Die Zunahme der Erkrankungen wird auf ca. 40.000 - 80.000 pro Jahr geschätzt - in den USA sind es sogar mehrere Hunderttausend! Das heisst aber nicht, dass man immer nach einem Zeckenbiss an einer Borreliose leiden wird, denn nicht jeder ist empfindlich für diese Erkrankung. 

Das „Formel-1 Bakterium“

Der Übeltäter heisst „Borrelia Burgdorferi“. Borrelien zählen zur Gruppe der sogenannten Spirochäten, zu denen auch der die Syphillis übertragende Erreger Treponema Pallidum gehört. Spirochäten sind schraubenförmige Bakterien, die sich durch ihre Form sehr schnell bewegen können. Dadurch hat es unser Immunsystem besonders schwer: Borrelien sind um ein vielfaches schneller als unsere Immunzellen. Hinzu kommt, dass Borrelien auf ihrer Oberfläche nicht die typischen Erkennungsmuster besitzen, mit denen unser Immunsystem normalerweise sehr erfolgreich körperfremdes Material entdeckt. 

Es ist also nicht einfach Borrelien zu erkennen, zu verfolgen und zu vernichten.

 

Es geht nicht nur um eine Zeckenart

Borrelien geraten mittels eines Wirts in unseren Organismus. Es handelt sich meist um die Zecke mit dem interessanten Namen Borrelia Burgdorferi sensu lato. Diese überträgt die Bakterien, welche anschliessend die sogenannte Borreliose verursachen können. Es gibt aber auch noch weitere Zeckenarten, die noch andere Beschwerden wie zum Beispiel Nervenentzündungen, Hautprobleme oder Arthritis verursachen können. Eine detaillierte Symptomaufstellung liefert eine Liste des Borreliose-Experten Dr. Horowitz, welche in einem Film sehr gut erläutert wird.

Wird man gebissen läuft die Zeit

Beisst sich eine Zecke an der Haut fest hat man ca. 12 bis 36 Stunden Zeit: dies ist die Dauer innerhalb welcher die Zecke ihre Borrelien an den befallenen Organismus übertragen kann. Deshalb sollte man die Zecke rasch so entfernen, dass sie möglichst nicht unter Stress gerät. Denn dann erhöht sich die Chance, dass Borrelien mit dem Speichel in unser Blut abgegeben werden.

Das Bakterium mit der Tarnkappe

Gelangen Borrelien einmal in unseren Körper zerstören sie Barrieren und bohren sich wortwörtlich durch unser Gewebe - und dies mit einer bereits o.a. enormen Geschwindigkeit. Während sie sich im neuen Wirtsorganismus aufhalten können sie sehr schnell mutieren und steigern dabei kontinuierlich ihre Virulenz (Fähigkeit eine Erkrankung auszulösen). Erstaunlicherweise können Borrelien keine sogenannten Endotoxine produzieren, mit denen Bakterien normalerweise die Erkrankungsintensität bestimmen können. Weil Borrelien so schwierig zu ‚fangen‘ sind sorgen sie eigentlich dafür, dass unser Immunsystem das von Borrelien durchstreifte Gebiet selbst angreift - und die für eine Borreliose so bekannten, unterschiedlichen Symptome auslöst. 

 

Lifestyle-Faktoren entscheidend

Folgende Faktoren machen empfindlicher für eine Borreliose:

  • Vitamin D Mangel
  • Übergewicht
  • hoher Zuckerkonsum
  • Stoffwechselstörungen wie Diabetes aber auch
  • chronische Entzündungen

gehören zu den Risikofaktoren, die uns weitaus empfindlicher für Borreliose machen.

Gesunde Ernährung und Bewegung sind wichtig 

Die Behandlung

Borrelien können selbst keinerlei Nukleotiden, Aminosäuren, Fettsäuren bzw. Kofaktoren bestimmter Enzyme produzieren. Sie nutzen die vom jeweiligen Wirt produzierten Stoffe. So sorgen Borrelien z.B. dafür, dass unser Körper sogenannte Proteasen produziert, mit welchen sie unser Gewebe durchdringen können. Die Behandlung einer Borreliose zielt also neben der Eliminierung der Keime durch Antibiotika ebenfalls auf eine Verschlechterung der Lebensbedingungen dieses Bakteriums, während es sich im Wirt aufhält.

So brauchen Borrelien für ihre schraubenförmige Fortbewegung reichlich Mangan. Zink hat gegenüber Mangan eine viel höhere Bindungsaffinität an den für die Bewegung nötigen Flagellen der Borrelien. Eine Behandlung mit Zink kann also die Bewegungsfähigkeit und somit die Virulenz dieser Bakterien reduzieren. 

Chronische Entzündung ein Risikofaktor

Personen mit chronischen, vor allem sogenannten niedrig-gradigen Entzündungen sind empfindlicher gegenüber der Entwicklung einer Borreliose. Die Behandlung dieser chronischen Entzündungen mit z.B. Ingwer, Omega-3 Fettsäuren oder auch Vitamin D hat sich vielfach als sehr hilfreich erwiesen. 

 

Die richtigen Inhaltsstoffe machen es aus

Wie bereits erwähnt nutzen Borrelien wirtseigene Strategien um z.B. Gewebe zu zerstören (Proteeasen, s.o.). Sogenannte Sulphat-Polysaccharide können diese Proteasen hemmen und damit Borrelien das Leben erschweren. Diese finden sich in Algensorten wie Chlorella und Spirulina. Schliesslich zeigt sich die Anwendung von Laktoferrin als sehr vorteilhaft. Laktoferrin ist schwer toxisch für Borrelien. 

Zudem hat sich eine ketogene Ernährungsweise über mehrere Wochen als überaus vorteilhaft erwiesen. Hierdurch wird die eigene Immunabwehr gestärkt und günstige Lebensbedingungen (z.B. Zucker) für Borrelien vermindert. 

Die wertvollen Ernährungstipps:

  • fetter Fisch
  • Avocados
  • Makadamia-, Para-, Cashewnüsse
  • Kokos- und Kakaobutter
  • Olivenöl
  • reichlich grünes Gemüse, frische Küchenkräuter
  • Algen
  • Kurkuma
  • Schalentiere (mehrfach pro Woche bis täglich)

Wie vorbeugen?

Folgende Regeln bzw. Tipps kommen für das Verhindern einer Borreliose in Betracht:

  • feuchte Waldgebiete ggf. vermeiden
  • beim Wandern lange, helle Hosen tragen (Zacken sind besser sichtbar)
  • nach einem Spaziergang die Hosenbeine absuchen
  • beim entfernen einer festsitzenden Zecke möglichst wenig Stress auf das Tier wirken lassen
  • beim Auftreten einer Wanderröte umgehend einen Arzt aufsuchen, dasselbe bei Fieber
  • gesunde Ernährung (s.o.)

 

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Literatur

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Wolgemith, Semin 2010 Cell Dev Biol 2015 October : 46 : 104 -122

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Tracy KE and Baumgart M (2017)Borrelia Burghdorfi manipulate inmate and adaptive immunity to establish persistance in rodent reservoir hosts. Front Immunol. 8.116

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Zlotnikov 2017 Cellulair microbiology. 19e12689

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